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Etappe 00 – Von Landeck Zams zur Konstanzer Hütte

Eckdaten

GPX-File

Strecke:

0,20 km

Anstieg:

0 m

Abstieg:

0 m

Dauer:

0,5 Std.

Tagebucheintrag

Heute war es endlich soweit. Nach langer Vorbereitungs-  und Planungszeit sollte unser Alpencross beginnen. Am Vorabend hatten wir noch entschieden, die Strecke zu verkürzen, um den starken Regenfällen und den Gewittern des Vormittags zu entgehen. Somit mussten wir erst um kurz vor 8:00 Uhr aufstehen, um die Bahn um 9:57 Uhr am Innsbrucker Hauptbahnhof zu bekommen. Wie eigentlich jede der kommenden Etappen, begann diese mit einer Verspätung und gehetzt, aber tatsächlich schafften wir es gerade rechtzeitig zum Bahnhof. Die Fahrkarten waren gekauft und in wenigen Minuten würde unsere Bahn eintreffen. Von dem schlechten Wetter war zu diesem Zeitpunkt nichts zu erkennen. Voller Vorfreude und etwas nervös wegen der kommenden Herausforderung, schoben wir also das Rad durch die Unterführung zur Rolltreppe. Als erstes betrat unsere Innsbrucker Gastgeberin und Freundin Lisa die Rolltreppe, dahinter folgten wir. Doch bevor ich die erste Stufe betreten konnte, schwankte der ältere Herr vor uns bedrohlich und fiel schließlich rückwärts auf Lisa zu. Sie konnte den Sturz glücklicherweise deutlich verlangsamen, aber leider nicht mehr gänzlich stoppen. Aus seiner kurzen Ohnmacht erwacht und verwirrt, lag der Herr nun auf der Rolltreppe und rief ängstlich. In diesem Moment ließ der Schreck nach und ich konnte den Notstopp der Rolltreppe betätigen. Gemeinsam halfen wir ihn dann auf und versorgten ihn notdürftig. Lisa würde ihn zur Information begleiten und wir sollten endlich zum Bahnsteig laufen, an dem wir schließlich unseren Zug fortfahren sahen.

Während der Mann beharrlich einen Krankenwagen ablehnte und nach seiner Tochter verlangte, fanden wir heraus, dass die Bahn nur stündlich fährt: Die erste Verspätung war damit unausweichlich.
Der Bahnhof Innsbruck blieb auch weiterhin ein Rätsel, da das angezeigte Gleis für unsere Bahn mehrfach wechselte. Während ich verzweifelt herausfinden wollte, welches Gleis nun eigentlich das richtige sei, wandten sich Maria und Sebo an eine ältere Österreicherin. Eigentlich eine gute Idee, dachte ich, nur leider hatte ich mich getäuscht, denn sie fragte uns mit unverständlichem Dialekt nach ihrem Gleis. Erstaunlicherweise konnten wir ihr helfen und sahen dabei im Hintergrund unsere Bahn einfahren, die wir zum Glück auch vor der Abfahrt erreichten.

Gruppenbild

Das Team beim Start

Nach dem Chaos folgte eine ereignislose Stunde in der Regionalbahn, vorbei an unserem ursprünglichen Startpunkt „Ötztal Bahnhof“ bis nach Landeck Zams. Das Abenteuer „Transalp“ kann endlich beginnen! Die Räder konnten ein letztes Mal überprüft werden und auf der elektronischen Karte war der Weg, zum Glück direkt am Bahnhof vorbei, zu erkennen. Erstes Ziel: Sankt Anton, hier würden wir dann die Landstraßen verlassen und den Weg zu unserer ersten DAV Hütte, der Konstanzer Hütte, beginnen.

Das Gewitter, das bis 17:00 Uhr vorherrschen sollte, war noch immer nicht zu sehen und so konnten wir guter Laune auf den Landstraßen radeln. Hier waren die Autofahrer rücksichtsvoll und bei guten Wegen mit mäßigen Steigungen blieb genug Zeit, die Berge um uns herum zu bewundern. Nach wenigen Kilometern wurde die Steigung deutlich schwerer zu überwinden. Jetzt galt die Aufmerksamkeit den noch kalten Muskeln und der sportliche Wille übernahm die Kontrolle. Um die Motivation aufrechtzuhalten, wechselten wir gelegentlich die Reihenfolge, da die erste Person durch Navigation zusätzlich belastet wird und das Schlusslicht unbemerkt abgehängt werden kann. Da wir uns allerdings mit vielen gemeinsamen Fahrten vorbereitet hatten, war es kein Problem, ein einheitliches Tempo zu halten.

Bis Sankt Anton kamen wir schnell voran und unterbrachen nur selten für kleine Essenspausen. Hierfür hatten wir genug Quetschbeutel und Energieriegel mitgebracht. Letztere hingen uns übrigens bereits nach der ersten Etappe zum Hals heraus und reichten so bis zum letzten Tag.
Eine größere Pause gab es erst bei einem M-Markt am Ortseingang von Sankt Anton, denn das angeschlossene Kaffee hatte neben einer sauberen Toilette auch offenes WLAN. Der richtige Ort, um das zu tun, was man unter allen Umständen vermeiden sollte: Online Banking in einem unverschlüsseltem Netzwerk, um die Kreditkarte zum kostenlosen Abheben im Ausland mit einem hinreichenden Guthaben auszustatten.

Verwallsee

Verwallsee

Sankt Anton ist schnell durchquert und über eine Art Betriebshof kamen wir auf den „Jakobsweg“. Endlich eine naturnahe Strecke und etwas trailartiges, so haben wir uns die Alpen vorgestellt. Doch schon nach kurzer Zeit sind die Wege nicht mehr gut zu befahren, abschnittsweise ist Schieben unausweichlich. Jetzt erinnern wir uns an den Planungsabend, an dem wir uns über ein Landstraßenstück und eine zusätzliche Steigung nach Sankt Anton wunderten und die Strecke kurzer Hand auf einen direkten Weg zwangen. Die Lehre aus dem ersten Tag ist, dass man anhand eines Blickes auf die Karte nicht unbedingt besser planen kann als das Garmin Base-Camp. Auch wenn dieser Weg durch die Rosannaschlucht eine erste Prüfung darstellte, so war die Aussicht eine gute Entschädigung und die Strecke mit Sicherheit schöner als eine weitere gleichförmige Landstraße. Trotzdem waren wir erleichtert, auf die Originalroute zurückzukehren. Diese führte über eine kleine asphaltierte Straße, die sich trotz der Steigung und vorangegangenen Strapazen schnell fahren ließ. Ein kleiner Stausee, der Verwallsee, in leuchtendem Grünblau, felsige Berghänge und Wasserfälle zieren dort die Landschaft.

Die letzten Kilometer schlängelten sich auf breiten aber steilen Schotterwegen entlang des Bachlaufes hinauf zur Konstanzer Hütte. Jetzt, wo der Wetterbericht ein Aufklaren vorhergesagt hatte, begann ein Nieselregen, wie er uns am Mittag nur kurz überfallen hat, ausdauernd niederzugehen. Der nur schwache Regen reichte aus, um auf dem kurzen Stück bis zum Ziel noch alle nicht geschützten Stoffe zu durchnässen.

In der Konstanzer Hütte gibt es immerhin einen gut belüfteten und großen Trocken- und Schuhraum. Bis zum nächsten Tag waren die meisten Textilien nur noch klamm. Die Fahrräder kann man in einen unverschlossenen Schuppen voller Feuerholz stellen. Eine gute Standpumpe bezeugt an dieser Stelle, dass Mountainbiker in der Konstanzer Hütte nichts Ungewöhnliches sind.

Konstanzer Hütte

Konstanzer Hütte

Das Bettenlager unter dem Dach war das größte in allen Hütten. 16 Schlafplätze in Form von Hochbetten waren in dem in kleine Kammern unterteilten Raum aufgestellt und jeweils mit einem Regal ausgestattet. Die anwesenden Wanderer erfüllten den kalten Raum bereits mit einem Muff, den man immerhin nach kurzer Weile nicht mehr wahrnahm. Schöner war der Speiseraum. Dieser große, helle, mit einem Kamin auf eine angenehme Temperatur geheizte Raum, bot ausreichend Platz für alle Wanderer und war das soziale Zentrum der Hütte. Leider mussten wir ihn nach dem Bestellen des Essens gleich verlassen, um uns noch zu duschen und umzuziehen. Drei Minuten funktioniert die Dusche mit einem Chip, den man vom Hüttenwirt erhält. Das klingt unglaublich kurz, wenn man sich aber beeilt, ist es genug um noch ein paar Sekunden zu entspannen und das warme Wasser zu genießen.
Das bestellte Essen war zwar sehr gut, die Portionsgröße nach den Anstrengungen aber allenfalls ausreichend. Gestärkt von dem Essen, überflogen wir noch die nächste Etappe, bevor die Kaffees ihre Wirkung verfehlten und wir nahezu am Tisch einschliefen. Nicht einmal 21:00 Uhr war es, als wir schließlich ins Bettenlager kamen und versuchten zu schlafen. Mir fiel das allerdings schwer. Spätestens als um 23:00 Uhr auch alle Wanderer im Bett ankamen und die Atemgeräusche den Raum erfüllten, lag ich quälend lange wach. Ohrstöpsel sind an dieser Stelle sehr zu empfehlen.

Ausgaben

Maria:

0,40 €

Sebo:

0,50 €

Bernhard:

0,60 €

Nimmt man die Bahnfahrt als Anreisekosten, bleiben nur die Kosten für das Abendessen, dass wir uns zum Einstieg gegönnt haben. Der sparsame Sebo kam hier mit einer Suppe vergleichsweise günstig davon, Maria und ich konnten nicht widerstehen und nahmen das „teure“ Gulasch. Dazu gab es Kaffee oder Tee. Die Übernachtung war mit 9.00 €, bzw vergünstigt 6.00 € günstig. Das Frühstück dagegen war zwar reichhaltig und gut, rechtfertigte aber kaum die 12.00 € pro Person.

Transport: 00.00 € pro Person (Die Bahnfahrt gehört zur Anreise)

Snacks: 0.00 € pro Person

Einkäufe: 0.00 € pro Person (Lebensmittel und sonstiges)

Abendessen: 11.90 € (zwei mal) bzw. 5.80 € (ein mal) und 2.50 € (Tee) bzw. 2 mal 2.70 € (Kaffee)

Übernachtung: 9.00 € (bzw. 6.00 € für unsere Juniorin)

Frühstück: 12.00 €

Bilder

Videos (iFrame-YouTube)

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